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SELK-Pfarrer findet Glasplattenaufnahmen und stellt sie aus

Scharnebeck, 16.3.2017 - lz/selk - Fast drei Jahrzehnte lag das Stück Dorfgeschichte vergessen auf dem Dachboden des alten Pfarrhauses der St. Johannis-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Scharnebeck. Nur durch Zufall öffnete Pfarrer Jörg Ackermann den alten Schrank - und stieß auf die mehr als 100 Glasplattenaufnahmen aus der Zeit der Weimarer Republik. Ein wahrer Schatz, den Ackermann nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert - und ab Sonnabend, 18. März, im Rahmen einer Fotoausstellung in der Galerie Kulturboden in Scharnebeck zeigt.

Aufgenommen hat die Fotos der Scharnebecker Hermann Krumstroh. 1898 geboren, betrieb er die erste Tankstelle im Ort und fotografierte leidenschaftlich Menschen und Leben seiner Heimat. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den Jahren 1919 bis 1925 zeigen die Dorfbewohner bei der Arbeit und beim Feiern, geben Einblick in Mode und Technik der damaligen Zeit. Zu sehen sind reiche Bauern im Anzug, mit Krawatte und Hut oder kleine Mädchen mit großen Schleifen im Haar, in lieblichen Kleidchen und mit Riemchenschuhen an den Füßen. Auch Jungs in Hemden, kurzen Hosen und weißen Kniestrümpfen standen vor Krumstrohs Kamera - ebenso wie Knechte, Pfarrer, der Posaunenchor und die Rotkreuzschwestern.

"Die Aufnahmen bilden einen Schnitt durch die damalige Dorfgesellschaft", sagt Jörg Ackermann. Hinter den Negativen steckten Geschichten, die faszinieren. "Manche von ihnen kann man nur erahnen, bei jedem Bild springt das Kopfkino an, und die Fantasie wird angeregt."

Wie die Aufnahmen auf den Dachboden des Pfarrhauses gelangt sind, kann auch Ackermann nur vermuten. Der zur Scharnebecker SELK-Gemeinde gehörende Krumstroh starb 1987 im Alter von 89 Jahren; der Pfarrer geht davon aus, dass "seine Nachkommen die Negative zur Kirche gebracht haben". Einen Teil der Aufnahmen hatte Krumstroh fein säuberlich beschriftet und sortiert. "Ein ungewöhnliches, teures und aufwendiges Vergnügen zu der damaligen Zeit." Für Ackermann ist es ein Glück. Denn nur dank der Sorgfalt des Fotografen lassen sich die fast 100 Jahre alten Aufnahmen zuordnen und datieren.

Ein weiteres Glück: Auch Ackermann ist leidenschaftlicher Fotograf - und hatte Muße und Möglichkeiten, die Glasplattenaufnahmen zu entwickeln. In seiner eigenen kleinen Dunkelkammer gelang es ihm, in stundenlanger Handarbeit mehr als 100 Abzüge der größtenteils unversehrten Glasnegative zu erstellen. 60 von ihnen werden jetzt bei der Ausstellung "Dorfblicke" auf dem Kulturboden in Scharnebeck zu sehen sein.

Die Ausstellung "Dorfblicke" öffnet am Sonnabend, 18. März, um 16 Uhr. Bis zum 8. April haben Interessierte die Möglichkeit, sie am Wochenende zu besuchen. Info: http://gemeinde-scharnebeck.de/Kulturboden.htm
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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
Quelle: Lüneburger Landeszeitung, 16.3.2017 /
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